Geschichte
„Ich habe dein Abendessen im Restaurant abgesagt“ sagte sie kalt, während er stolz seine Beförderung verkündete

„Ich habe dein Abendessen im Restaurant abgesagt“ sagte sie kalt, während er stolz seine Beförderung verkündete

Diese protzige Feier wirkt egoistisch und bedrückend.

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„Ich habe dein Abendessen im Restaurant abgesagt“, teilte ihm seine Frau am Vorabend mit.

Lukas König kam in die Wohnung, und die Tür fiel hinter ihm mit einem lauten Knall ins Schloss. Die Krawatte hing ihm bereits locker um den Hals, das Sakko hatte er achtlos über den Arm geworfen. Sein Gesicht strahlte vor Zufriedenheit: An diesem Tag war seine Beförderung zum Leiter der Vertriebsabteilung offiziell bestätigt worden. Und in einer Woche würde er vierzig werden. Ein runder Geburtstag, ein bedeutender Karrieresprung — alles schien sich endlich genau so zu fügen, wie er es sich vorgestellt hatte.

„Anna!“, rief er und schleuderte das Sakko auf das Sofa. „Wo steckst du? Komm her, ich habe Neuigkeiten!“

Anna Köhler trat aus der Küche, während sie sich die Hände an der Schürze abwischte. Mit ihren siebenunddreißig Jahren wirkte sie jünger: schlank, das kastanienbraune Haar zu einem Pferdeschwanz gebunden, auf den Lippen ein vorsichtiges Lächeln.

„Was ist passiert?“, fragte sie und setzte sich auf die Armlehne des Sessels.

„Passiert ist, dass dein Mann ab heute CHEF ist!“ Lukas breitete theatralisch die Arme aus. „Eineinhalbfaches Gehalt, Firmenwagen, Büro mit Blick aufs Wasser. Kannst du dir das vorstellen?“

„Ich gratuliere dir“, sagte Anna, und ihre Freude klang ehrlich. „Das ist großartig. Du hast so lange darauf hingearbeitet.“

„Ganz genau! Und weißt du, was ich beschlossen habe? Wir feiern das richtig. Die Beförderung und meinen Geburtstag zusammen. Zwei Anlässe, ein Fest — praktisch gedacht, aber trotzdem beeindruckend!“

Er zog ein Notizbuch aus seiner Tasche und begann darin zu blättern.

„Hör zu, ich habe schon alles geplant. Das Restaurant ‚Zum Goldenen Löwen‘ — das vornehmste Haus der Stadt. Hundert Gäste: unsere gesamte Verwandtschaft, meine Kollegen, wichtige Geschäftspartner. Sieben-Gänge-Menü, Livemusik, ein Moderator. Das wird ein EREIGNIS!“

Annas Gesicht wurde ernst. In Gedanken begann sie sofort zu rechnen.

„Lukas, das kostet ein Vermögen. Allein die Saalmiete im ‚Goldenen Löwen‘ ist wahnsinnig teuer, ganz zu schweigen von einem Bankett für hundert Personen.“

„Und?“, fragte Lukas und machte eine wegwerfende Handbewegung. „Ich bin jetzt Abteilungsleiter. Ich muss meinem neuen Status entsprechen. Die Leute sollen sehen, dass ich es geschafft habe und nicht irgendein kleiner Schreibtischangestellter bin.“

„Aber wir haben nicht so viel Geld“, erwiderte seine Frau vorsichtig. „Selbst mit deinem neuen Gehalt nicht …“

„WIR haben es vielleicht nicht, aber DU hast es“, fiel Lukas ihr ins Wort. In seiner Stimme lag plötzlich eine harte, metallische Schärfe. „Deine Mutter hat dir doch Geld für ein Auto gegeben. Dreitausend Euro, wenn ich mich richtig erinnere.“

Anna wurde blass.

„Das ist mein Geld. Mama hat jahrelang dafür gespart, sie hat sogar ihr kleines Wochenendhaus verkauft. Sie wollte, dass ich mir endlich ein Auto kaufe. Ich muss die Kinder zur Schule bringen, einkaufen, Termine erledigen. Du weißt genau, wie schwierig das ohne Wagen ist.“

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